berufliche Stationen

Seminar:  

Ergonomie-Normen für Konstrukteure

als GPSG-Pflicht in der EG-Konformitätsbewertung

Referent: Dipl.-Ing. Dipl.-Betrw. Wolfram W. Pichler, Berlin

Maschinen darf nur in Verkehr bringen, wer sie sicher entwickelt, konstruiert und gefertigt hat. Das weiß inzwischen jeder. Dass Maschinen aber auch Ergonomie-Prinzipien gerecht werden, unterschreibt jeder Hersteller, der die CE-Kennzeichnung anbringt, die meisten jedoch – noch – unwissentlich.

Ergonomie-Normen anzuwenden, ist nicht wahlfrei, sondern gesetzliche Pflicht (GPSG, 9. GPSGV, EG-MRL). Ergonomie-Mängel können unmittelbar Sicherheits-Mängel auslösen – und damit Unfall-, Gesundheits- und Sachschäden zur Folge haben. Somit drohen Regressansprüche aus Schadensersatz, Untersagungsverfügungen der Marktaufsicht und sogar strafrechtliche Verfolgung. Ergonomische Forderungen zu erfüllen, wurde die längste Zeit eher als Fußnote im EG-Konformitätsbewertungsprozess wahrgenommen. Inzwischen mausert sich die Ergonomie zur Überschrift.

Was ist Ergonomie? Die Definitionen in einschlägigen Normen geben Auskunft. In welchen EG-Richtlinien und Normen sind die Forderungen nach der Erfüllung ergonomischer Prinzipien detailliert aufgelistet? Welche Forderungen sind von Fall zu Fall zu erfüllen?

Die Erkenntnisse der Ergonomie geben Herstellern die Möglichkeit, bei der Entwicklung von Maschinen die Körpermaße des Bedienungspersonals zu berücksichtigen sowie dessen Körperstellungen, Körperbewegungen und die aufzuwendenden Körperkräfte einzuschätzen. Durch die zunehmende Automatisierung haben körperliche Anstrengungen zwar abgenommen, doch erfordern derartige Maschinen häufig ein höheres Maß an Konzentration zur Kontrolle der Maschine. Deshalb müssen bei bestimmungsgemäßer Verwendung Belästigung, Ermüdung sowie körperliche und psychische Fehlbeanspruchung des Bedienungspersonals auf das mögliche Mindestmaß begrenzt sein.

Verschiedene Methoden zur Erfüllung ergonomischer Forderungen werden betrachtet. Wo findet man die anwendbaren harmonisierten Europäischen Ergonomie-Normen, z. B. EN 614-1, EN 13861, ISO 12100-2, ISO 9241-302, DIN-Taschenbuch 352 u. a. Und wie sind sie zu bewerten im Hinblick auf den Stand der Technik und auf die allgemein anerkannten Regeln der Technik?

Zielgruppen

  • Geschäftsführer
  • Produktmanager, Entwickler und Konstrukteure in der Geräte-, Maschinen- und Anlagenbau-Industrie
  • CE-Beauftragte
  • Marktaufsichtsbeamte

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, um den Erfahrungsaustausch zu unterstützen. Beispiele aus der betrieblichen Praxis dienen als Anschauungsmaterial. Sie sind in den Teilnehmerunterlagen enthalten.


Inhalt

  • Was ist Ergonomie?
  • Rechtliche Grundlagen
  • Methodisch vorgehen nach
    • Leitfaden Maschinensicherheit
    • Maschinensicherheitsnorm ISO 12100-2
    • Berufsgenossenschaftliche BGIA-Checkliste
  • Ergonomie-Normen recherchieren
  • Aktueller Zustand von Ergonomie-Normen
  • Die Ergonomie-Analyse: Ergonomie-Normen anwenden
  • Best-Practice-Beispiele aus der Gerätetechnik

Seminar-Termine

Aktuelle Übersicht der Termine

- Änderungen  vorbehalten -

© 2004 pichler Berlin, zuletzt geändert 2008-10-31